Frühjahrsversammlung, 22.05.2008

Fischerdorf Rahnsdorf


Bei Matjes, Rotbarsch und Räucheraal lässt es sich gut unterhalten
Frühjahrsversammlung zum Thema: "Fischer und Angler - gemeinsame Verantwortung für den Gewässer- und Naturschutz"

Zu diesem interessanten Thema hatten wir uns am 24. Mai mit dem Fischer vom Müggelsee Andraes Thamm auf seinem Fischerhof im alten Fischerdorf Rahnsdorf verabredet.

Der kleine Spaziergang durch das alte Fischerdorf, vorbei an der Kirche, um die sich die liebevoll rekonstruierten kleinen Häuser gruppieren, im Schatten Jahrhunderte alter Bäume, war eine gute Einstimmung. 15 Sportfreunde folgten unserer Einladung, erfreulicherweise viele mit Angehörigen.

Zwanglose Unterhaltung in kleinen Gruppen
Freundlich, redegewandt und sachkundig erläuterte uns Fischermeister Thamm anfangs die Entstehung seines Betriebes und die Strukturen des Fischereiwesens von Berlin und Brandenburg. Deutlich war seine Einschätzung, dass sich die Wasserqualität stark verbessert hat und die "Klarwasserperioden" im Müggelsee im Jahr immer länger werden. Das bedeutet, dass die Wasserbelastung mit Algen rückläufig ist. Das hat sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die Fischerei und die Fischbestände. Als positiv habe ich herausgehört, dass der Ertrag von Weißfischen, die nach Auflagen abgefischt werden müssen, rückläufig ist. Wurden vor 15 Jahren noch rund 200 Tonnen Weißfisch jährlich abgefischt, so sind es heute noch ca. 50 bis 60 Tonnen. Das zeigt, wie wichtig die Reduzierung von Nährstoffeinträgen aller Art in unsere Gewässer ist und dass der Eingriff des Menschen in die Bestände Wirkung hat und sich keine so üppigen Populationen mehr entwickeln können.

Interessante Fragen und manchmal auch verblüffende Antworten ließen die Zeit schnell vorüber gehen. Als uns der Duft aus dem Räucherofen immer wieder in die Nasen stieg, war das Wesentliche ausgesprochen und jeder nahm die Gelegenheit wahr, aus dem reichhaltigen Angebot einen kleinen Mittagsimbiss ein zu nehmen. Fischermeister Thamm beantwortete in kleineren Gesprächsrunden offen und mit Freude noch viele Fragen und gab sogar Tipps zum Räuchern und Verarbeiten verschiedener Fischarten.

Mitgliederversammlung im Freien
Beim Verlassen des Geländes hatte ich den Eindruck, dass fast alle Sportfreunde zufrieden waren und auch die Angehörigen einen interessanten Vormittag erlebt hatten.

Auf der Heimfahrt im Auto habe ich kurz die Sportfreunde bedauert, die der Gartenarbeit oder der Bequemlichkeit für diese paar Stunden den Vorzug gegeben haben. Sie haben nicht nur die Gelegenheit, mit ihren Angehörigen, einen interessanten Vormittag in herrlicher Umgebung und an frischer Luft zu verleben, versäumt, sondern auch den beschlossenen Arbeitsplan missachtet.

Burkhard Keller
Natürlich werden auch Angelerlebnisse ausgetauscht
Sportfreund Kirchner und die Enten
Die alte Dorfkirche des Fischerdorfes